Aktivismus & Planung : Widerspruch oder Chance?
Städte und Gemeinden stehen vor tiefgreifenden Transformationsprozessen, die weit über klassische Stadtplanung hinausgehen. Herausforderungen wie Klimawandel, soziale Ungleichheit und ein Mangel an qualitätsvollen öffentlichen Räumen verlangen neue Lösungsansätze, die sowohl strategisch als auch flexibel sind. Häufig fehlt es an geeigneten Hebeln, um Entwicklungsziele und -strategien zeitnah in die Praxis umzusetzen. Aktivistische Ansätze bieten die Chance, durch schnelle, kostengünstige und temporäre Interventionen langfristige Transformationen in Gang zu setzen. Sie können auf kreative Weise zeigen, wie Städte lebendiger, gerechter und anpassungsfähiger gestaltet werden können und erzeugen sofort erfahrbare Qualitäten. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Aktivismus und Planung: Während Aktivist*innen urbane Interventionen initiieren, greifen Planer*innen zunehmend informelle und kooperative Prozesse auf, um langfristige Stadtentwicklungsstrategien voranzutreiben. Hieraus entsteht ein Spannungsfeld zwischen der Chance einer Beschleunigung der Transformation hin zu klimaresilienten Städten und Gemeinden und dem Risiko der Institutionalisierung und einer damit verbundenen Einschränkung des Handlungsspielraums von aktivistischen Interventionen.