Stadt und Landschaft im Klimawandel
Der Klimawandel fordert ein grundlegendes Umdenken im Verständnis von Stadt: Urbane Räume sind nicht ausschließlich Lebensorte für Menschen, sondern werden von einer Vielzahl nicht-menschlicher Organismen mitgestaltet. Vor diesem Hintergrund widmet sich das Seminar der Frage, wie Städte unter den Bedingungen von Klima- und Biodiversitätskrise als multispezifische Lebensräume gedacht und geplant werden können.
Im Rahmen eines Blockseminars arbeiten die Studierenden gemeinsam mit dem Künstler:innenkollektiv Club Real an dem Projekt „Wien – Stadt der Lebewesen“, das urbane Geschichte aus der Perspektive von Pflanzen, Tieren, Pilzen und Mikroorganismen erzählt. Ziel des Projekts ist es, die Verflechtung menschlichen und nicht-menschlichen Lebens sichtbar zu machen und die Bedeutung biologischer Vielfalt für die Zukunft der Stadt hervorzuheben.
Ausgehend von der Annahme, dass die Geschichte einer Stadt ohne die Perspektiven anderer Spezies unvollständig bleibt, untersucht das Seminar die Handlungsmacht verschiedener Organismen sowie deren Beitrag zur Gestaltung urbaner Lebensräume.
Die Studierenden recherchieren ausgewählte Organismen in Wien – auch in ihren historischen, kulturellen und ökologischen Dimensionen – und verfassen Texte, die als Grundlage für künstlerische Hörspielformate dienen können. Dabei wird erprobt, wie wissenschaftliche Erkenntnisse in neue narrative Formen übersetzt und für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.
Zentrale Fragestellungen des Seminars sind unter anderem:
Wie verändert der Klimawandel die Beziehungen zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Stadtbewohner:innen?
Welche Rolle spielt Biodiversität für eine resiliente und klimafitte Stadtentwicklung?
Wie lassen sich urbane Transformationsprozesse aus mehr-als-menschlichen Perspektiven erzählen?
Welche neuen planerischen und gesellschaftlichen Vorstellungen entstehen, wenn Städte als gemeinsame Lebensräume vieler Arten verstanden werden?
In welchem Verhältnis stehen Klimagerechtigkeit, soziale Gerechtigkeit und multispezifische Koexistenz?
Im Zentrum steht die eigenständige Reflexion sowie die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge vernetzt zu denken. Die Studierenden entwickeln eine zentrale Hypothese zur Klimatransformation und vertiefen diese in einem wissenschaftlich argumentierten Thesenpapier.
Aktuelle Beispiele aus Forschung, Planung und künstlerischer Praxis dienen als Grundlage, um Rückschlüsse für zukünftige Strategien der Stadt- und Freiraumentwicklung zu ziehen.
- Semesterwochenstunden
- 2
- Credits (ECTS)
- 3
- Typ
- Wahlsemiar
- Format der Abhaltung
- Präsenz
- Vortragende
- Susann Ahn
- Thomas E. Hauck
- Georg Reinhardt
- TISS
- Kursinfo